Die Wahrheit über Employer Branding

Haben Sie eigentlich eine Arbeitgebermarke?


Das Stichwort Employer Branding geistert schon seit vielen Jahren durch die HR- und Recruiting-Szene. Immer wieder von den Toten auferweckt, gilt es, die eigenen Werte klar zu kommunizieren, damit das Unternehmen die richtigen „Talente“ anspricht.


Das Problem: Die meisten dieser „Werte“ sind hohle Phrasen


No offense, aber die meisten „Werte“ von Arbeitgebern klingen nach austauschbarem Schönsprech: „Teamgeist“, „Innovation“, „Familiär“, „Leistung“, „Unterstützung“, „Ehrlichkeit“ – blablabla. Mal ganz ehrlich: Können Sie sich vorstellen, wie das Ganze in der Realität wirklich aussehen soll?


Man kommt nicht ganz um den Eindruck umhin, dass diese so genannten „Werte“ in Wahrheit Ansprüche an künftige Mitarbeiter sind: Sei gefälligst herzlich, familiär und unterstützend, sonst…


Auf der anderen Seite gibt es so etwas wie Unternehmenskultur, das ist keine Frage.


Bloß: Wie vermittelt man die Unternehmenskultur?


Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis: Die wird schon längst vermittelt. Und zwar über Geschichten, die Ihre Mitarbeiter so herumerzählen.


Ein paar Beispiele:


In Unternehmen A beleidigt ein Mitarbeiter eine Kollegin so sehr, dass sie zu weinen beginnt. Anstatt den Kollegen zu kündigen, wird er für einige Zeit ins Home Office geschickt, da man sowohl ihn als auch die Kollegen gerne behalten möchte. Als er zurückkommt, ist die Kollegin seine Vorgesetzte – und er kommt damit klar.


In Unternehmen B wird ein langjähriger Mitarbeiter gekündigt, weil er angeblich einen Kollegen gemobbt hat – obwohl er in seiner Abteilung der Beste ist und schon am Sprung zur stellvertretenden Abteilungsführung war.


In Abteilung C arbeiten sieben Leute. Vier davon sind Raucherinnen, unter anderem die Abteilungsleiterin. Einmal pro Stunde geht sie mit den anderen drei vors Haus rauchen, während die übrigen drei Kollegen weiter ihre Arbeit machen. In den Rauchpausen werden unter anderem wichtige strategische Themen besprochen, von denen die anderen keine Ahnung haben.


Was glauben Sie, erzählen sich Ihre Mitarbeiter und deren Freunde am Abend im Lokal? Genau solche Geschichten, von denen Sie am liebsten hätten, dass sie gar nicht bekannt werden.


Die Lösung? Erzählen Sie Ihre eigenen Geschichten


Und behandeln Sie Ihre Leute so, dass solche Geschichten wie oben erst gar nicht passieren.


P.S. Sie wissen nicht, wie Sie mit dem Geschichten erzählen anfangen sollen? Wir hätten da ein paar Ideen für Sie – und helfen Ihnen gerne beim Aufschreiben.